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20.05.2011

Industriekonjunktur: Optimismus mit Einschränkungen

Unterschiedliche Entwicklung von Unternehmen und Branchen

Konjunkturumfrage 1. Quartal 2011

Konjunkturell ist der Weg aus der Krise in der gesamtösterreichischen Industrie zum Großteil geschafft. Es gibt einen Aufschwung, vor allem dank des kräftigen Wachstums der Weltwirtschaft. Auch die Exporte steigen erfreulich.

Der Aufschwung ist in den anderen Bundesländern tendenziell stärker als im Burgenland. Dies hängt mit der Struktur und der Größe der Burgenländischen Industrieunternehmen zusammen. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern gibt es im Burgenland keine echten Großbetriebe. Wir haben im Burgenland lediglich 12 Industrieunternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten und 20 mit 100 bis 200 Arbeitnehmern.

Durch diese Struktur waren wir einerseits in der Krise nicht so betroffen und es gab wenige Betriebe die z.B. Kurzarbeit in Anspruch nehmen mussten. Andererseits ist durch das Fehlen von großen Unternehmen die Dynamik im Aufschwung auch nicht so stark.

„Der konjunkturelle Aufwärtstrend in der Burgenländischen Industrie hat im Augenblick den Plafond erreicht", analysiert DI Reinhard Schweifer, Vizeobmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Burgenland. Die Daten zum aktuellen Auftragsbestand machen sichtbar, dass viele Unternehmen gut ausgelastet sind. Die derzeitige Geschäftslage hat sich in der Industrie gegenüber dem letzten Quartal nur unwesentlich verändert bzw. leicht verbessert.

Mit dem aktuellen Auftragsbestand sind die Industrieunternehmen - so wie im letzten Quartal - mehrheitlich zufrieden.

Die Beurteilung der Produktionstätigkeit in 3 Monaten weist darauf hin, dass die Krise in manchen Industriebranchen noch nicht überwunden ist und die Dynamik des Erholungskurses vorläufig ihren Höhepunkt erreicht hat.

Die derzeitigen Auslandsaufträge sind gegenüber dem Vorquartal leicht gefallen.

Positive Erwartungen an die Geschäftslage in 6 Monaten prägen den Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf. Allerdings - das Gros der Unternehmen rechnet für das kommende halbe Jahr mit einer gleichbleibenden Geschäftslage.

Im Großen und Ganzen kann man bei der Industriekonjunktur, je nach Branche von Optimismus mit Einschränkungen sprechen.

 

Trotz mancher Probleme auf den Weltmärkten und harter Konkurrenz sind die Auslandsmärkte für die Burgenländische Industrie sehr wichtig. Der hohe EURO- Kurs und teure Rohstoffe (z.B. Baumwolle und verschiedene Kunststoffe wie Polyester steigen sprunghaft) sind für die exportierende Industrie eine gewisse Belastung. Das Exportgeschäft hat sich im ersten Quartal eher verhalten entwickelt und etwas an Kraft verloren. Dennoch wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft in den kommenden Monaten günstig auf den Export auswirken.

Noch verschärfen dürfte sich vor allem in technischen Bereichen der  Facharbeitermangel, den die Krise etwas überdeckt hat. (Ob die Öffnung des Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer aus den östlichen Nachbarländern seit 1. Mai für qualifizierten Nachwuchs sorgen wird, wird  erst die Zukunft zeigen.)

 

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage 1. Quartal 2011 im Detail:

Die Einschätzung der Geschäftslage in der bgld. Industrie hat sich gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert. 49 % (36 %) der befragten Unternehmungen bezeichnen sie als steigend, 46 % (64 %) als gleichbleibend und 5 %  als schlechter wie im Vorquartal.

 

Ein ähnliches Bild zeigt der aktuelle Auftragsbestand der ebenfalls leicht gestiegen ist.  Er wird von 57 % (51 %) als steigend, 39 % (49 %) als gleichbleibend und von 4 % (0 %) als schlechter bewertet.

 

Die Auslandsaufträge weisen einen Rückgang auf. 49 % (49 %) der Unternehmen melden steigende, 26 % (40 %) gleichbleibende und 24 % (11 %) fallende Auslandsaufträge.

 

Schlechter als im Vorquartal wird die Produktionstätigkeit in 3 Monaten beurteilt.
8 % (20 %) erwarten eine steigende, 81 % (73 %) eine gleichbleibende und 11 % (7%) eine schlechtere Produktionstätigkeit.

 

Die künftige Halbjahreserwartung wird etwas optimistischer eingeschätzt wie im Vorquartal. Die Geschäftslage in 6 Monaten wird 15 % (5 %) als steigend beurteilt, von 79 % (84 %) als gleichbleibend und von 6 % (11 %) als schlechter eingeschätzt.

 

Die Einschätzung des Beschäftigtenstandes in 3 Monaten ist weitestgehend stabil. Sie wird von 3 % (11 %) als steigend, von 91 % (80 %) als gleichbleibend und von 6 % (8 %) als schlechter wie im Vorquartal beurteilt.

 

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 4. Quartals 2010.


Fotos
Es gibt einen Aufschwung, vor allem dank des kräftigen Wachstums der Weltwirtschaft.
Es gibt einen Aufschwung, vor allem dank des kräftigen Wachstums der Weltwirtschaft.


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