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[ 29.07.2010 ]

Neue Belastungen schädigen den Standort

Industriekonjunktur: Zwischenhoch vor dem Winter

Die burgenländische Industrie erholt sich weiter und die Wirtschaftsentwicklung geht in eine positive Richtung. In fast allen Punkten der Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung zeigt sich eine deutliche Verbesserung bei der Einschätzung der Geschäftslage, der Auftragslage, den Auslandsaufträgen, etc.

 

„Die Konjunktureinschätzung unserer Industriebetriebe zeigt, dass die derzeitige wirtschaftliche Lage durchwegs positiver betrachtet wird als in den vorangegangenen Quartalen. Das ist erfreulich", analysiert Ingrid Puschautz-Meidl, Geschäftsführerin der Industriellenvereinigung Burgenland die aktuelle Konjunkturumfrage der IV und Wirtschaftskammer, Sparte Industrie. „Die Befragung zeigt aber auch, dass die Werte noch weit unter dem Niveau vor der Krise liegen und dieser Optimismus sehr punktuell ist und nicht bis zum Winter reicht."

 

Die aktuelle Situation fordert von den Unternehmen große Flexibilität. „Das Tagesgeschäft ist kurzfristiger und dadurch schlechter planbar geworden", so Anton Dallos, Obmann der Sparte Industrie und Vorstand der Sanochemia AG. Zudem würde die Rohstoffbeschaffung zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor für unsere Unternehmen - die starke Nachfrage, lange Lieferzeiten sowie die hohen Preise würden die Industrie jetzt schon massiv belasten. „Daher zeigt uns die Konjunkturumfrage auch, dass die Zukunftserwartungen der Unternehmen von Unsicherheit und vorsichtigem Optimismus geprägt sind", so Dallos.

 

All dieses fordert von den Unternehmen maximale Flexibilität. Und diese muss auch von Seiten der gesetzlichen Rahmenbedingungen her gegeben sein. „Die Industrie braucht dringend eine Flexibilisierung der Arbeitszeit und Durchrechnungszeiträume von zwei Jahren - wie sie bereits bei der vorjährigen Lohnverhandlung für den März dieses Jahres ausverhandelt wurde. Eine rasche, primär ausgabenseitige Budgetsanierung würde dem maroden Finanzhaushalt wieder auf die Sprünge helfen", fordert Puschautz-Meidl. Ideologische, unüberlegte Slogans wie „Wir zahlen nicht für Eure Krise" (gemeint sind die Arbeitnehmer und die Krise der Industrie) seien höchst kontraproduktiv.

 

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2. Quartal 2010 im Detail:

 

Die Einschätzung der Geschäftslage in der burgenländischen Industrie hat sich deutlich verbessert. 61 % (14 %) der befragten Unternehmungen bezeichnen sie als steigend, 39 % (74) %) als gleichbleibend und kein einziges Unternehmen als schlechter wie im Vorquartal.

 

Ein ähnliches Bild zeigt der aktuelle Auftragsbestand, der sich kräftig erholt hat.  Er wird von 53 % (25 %) als steigend, 37 % (54 %) als gleichbleibend und nur 10 % (21 %) als schlechter bewertet.

 

Vor allem die für die burgenländische Industrie so wichtigen Auslandsaufträge weisen eine klare positive Tendenz auf. Erfreuliche 50 % (21 %) der Unternehmen melden steigende, 32 % (37 %) gleichbleibende und 17 % (23 %) fallende Auslandsaufträge. Fraglich bleibt allerdings, ob das Anziehen der Exportmärkte ein „Strohfeuer" ist oder ob sich die Belebung der Exporte in den kommenden Monaten festigen kann.

 

Wesentlich optimistischer als im Vorquartal zeigt sich die Beurteilung der Produktionstätigkeit in 3 Monaten. 40 % (9 %) erwarten eine steigende, 53 % (72 %) eine gleichbleibende und lediglich 7 % (19 %) eine schlechtere Produktionstätigkeit.

 

Weniger optimistisch sieht die künftige Halbjahreserwartung aus. Die Geschäftslage in 6 Monaten wird im Vergleich mit den anderen Parametern von den Betrieben  skeptischer beurteilt. Sie wird von 11 % (13 %) als steigend, von 81 % (74 %) als gleichbleibend und von 8 % (13 %) als schlechter eingeschätzt.

 

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichswerte des 1. Quartals 2010.

 

Bei der Umfrage beteiligten sich 26 Industrieunternehmen mit rund 4100 Mitarbeitern.

 

Das Wirtschaftsklima erholt sich langsam, der Aufwärtstrend bleibt allerdings fragil. Jubelmeldungen angesichts der derzeit positiven Lage sind verfrüht. Die Betriebe sind noch weit von den Werten des Vorkrisenjahres 2008 entfernt. Gerade jetzt muss der Wirtschaftsstandort Burgenland gestärkt werden. Die momentane Entscheidungsstarre vor diversen Landeswahlen schadet der Wirtschaft.

Geschäftsführerin IV Burgenland
Geschäftsführerin IV Burgenland




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