[ 03.11.2009 ]
Gemeinsam gegen die Jugendarbeitslosigkeit
Schüler, Lehrer, Direktoren, Jugendberater, Lehrlinge, Fachleute der Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Arbeitsmarktservice suchen gemeinsam nach Ursachen für die Jugendarbeitslosigkeit.
Am 28. Oktober 2009 trafen in Neunkirchen all jene zusammen, die von der Jugendarbeitslosigkeit, die zurzeit eines der größten Probleme am Arbeitsmarkt darstellt, direkt oder indirekt betroffen sind, um gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Erstmals wurden zu einer derartigen Diskussionsrunde auch die eigentlichen „Experten des Alltags" mit eingebunden: Schüler, Lehrlinge, Lehrer, Direktoren und Jugendberater, die einen ganz speziellen und ungewöhnlichen Blickwinkel in diese sonst nur unter Fachleuten diskutierte Thematik einbringen konnten.
Die Initiative ging vom österreichisch-ungarischen Arbeitsmarktprojekt „NetLab - Network for Labourmarket Cooperation in the Border Region" des Regionalen Entwicklungsverbandes Industrieviertel-Projektmanagement aus, bei dem die IV Burgenland Projektpartner ist.
Mag. Eva - Maria Haubner Hufnagel, IV, Dr. Erhard Puschautz, Felix Austria, ein junger, weiblicher Lehrling der Lebensmitteltechnik aus der Felix Austria und Dr.Ingrid Puschautz-Meidl, IV Burgenland, wirkten als Referenten am Netzwerktreffen mit.
Insgesamt 70 Teilnehmer aus Niederösterreich, Burgenland und Westungarn kamen zusammen, um vier Themenkreise zu erarbeiten. Die wichtigsten Ergebnisse des Tages:
- Schüler/Lehrlinge brauchen Selbstbewusstsein, eine gute Wertevermittlung, müssen sich aktiv um Stellen bemühen, brauchen viel Beratung und Begleitung, müssen auch bereit sein Berufe zu erlernen, die weniger bekannt sind aber bessere Beschäftigungschancen bieten, dürfen nicht auf ihre Weiterbildungsmöglichkeiten und die Notwendigkeit dazu nach der Berufsausbildung vergessen (ungeahnte Karrierechancen mit Lehre!), müssen sich auch selber informieren
- Schulen müssen möglichst bald eine möglichst umfangreiche Berufsorientierung anbieten, sich nach Möglichkeit um die Schüler bemühen (durch Kontakt zu Betrieben, mündliche Beurteilungen), vermitteln, dass die Qualität der Lehrausbildung deutlich besser ist als leider oft ihr Ruf (Lehre als „letzter Ausweg"), sollten Schüler über ihre Weiterbildungsmöglichkeiten informieren, könnten ihre Ausbildungspläne mit dem Bedarf der Wirtschaft abstimmen
- Betriebe müssen bei der Berufsinformation/Beratung eingebunden werden (Praxisbeispiele), mehr Betriebsbesuche oder Schnuppertage wären hilfreich, Betriebe und Schulen sollten ihre Kontakte intensivieren; sollten die Chance nutzen, erfahrene Mitarbeiter eine pädagogische Schulung zukommen zu lassen um sie als Wissensvermittler einzusetzen (Altersteilzeit plus - Forderung der IV Burgenland);
- Interessensvertretungen, Politik könnten Stipendien für Jugendliche anbieten, die bereit sind einen Mangelberuf zu ergreifen; Förderungen für Betriebe, anbieten die „problematische" Jugendliche aufnehmen (Schulabbrecher etc.); Möglichkeit der Weiterbildung neben der Lehre schaffen (Teilzeitarbeit); die Nutzung der Lehrberechtigung muss attraktiviert werden;
- Allgemein: es gibt rund 270 Lehrberufe, nur ca. 20 davon sind gut bekannt; einige der besten Manager haben „nur" eine Lehrausbildung; positive Rückmeldung erfolgt für die LehrstellenberaterInnen in Niederösterreich; es gibt in Zukunft keine Hilfsarbeiter mehr, die Anforderungen an Lehrlinge steigen.
Das Projekt „NetLab" wird im Rahmen des Programms zur grenzüberschreitenden Kooperation ÖSTERREICH-UNGARN 2007-2013, durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und die Republik Ungarn gefördert.
Weitere Fotos unter http://picasaweb.google.at/Projekt.Net.Lab/1NetzwerktreffenNetLab