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[ 29.07.2009 ]

Mit Weiterbildung, neuen Märkten und Produkten aus der Krise

IV-Konjunkturbarometer: Stabilisierung der Industriekonjunktur auf niedrigem Niveau - echter Aufschwung ist noch nicht in Sicht

Die IV führt österreichweit vierteljährlich eine Konjunkturumfrage durch, in die die wichtigsten burgenländischen Industriebetriebe, das heißt auch die Leitbetriebe einbezogen sind. Diese Umfragen geben wichtige Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Lage und die Erwartungen der Betriebe.

 

Zusätzlich fragte die IV Burgenland diese Woche in einer Blitzumfrage unter den Mitgliedsbetrieben auch Parameter ab, wo denn konkret die größten Schwierigkeiten liegen und wie die Unternehmen diese meistern.

 

„Die burgenländischen Unternehmen zeigen sich in der Krise als sehr flexibel, innovativ und mutig. Damit können sie im Wesentlichen ihre Position an den Märkten behaupten", fasst Dr. Werner Frantsits die aktuelle Situation zusammen.

„Die Zukunft wird durch neue Märkte und Produkte sowie durch gut ausgebildete Mitarbeiter abgesichert", so Frantsits über den Weg in die Zeit nach der Krise. 

 

Die Konjunkturumfrage der IV- Burgenland zum 2. Quartal 2009 weist auf eine gewisse Stabilisierung der Konjunktur hin, im Vergleich zu konjunkturell „normalen" Zeiten, aber auf entsprechend niedrigem Niveau. Die gegenwärtigen Zahlen im Vergleich zum Vorquartal sind zwar nach wie vor nicht aufregend, zeigen aber einen etwas optimistischeren Ausblick und es gibt gegenüber dem Rekordtief im Frühjahr eine leichte Aufwärtsbewegung. Es ist nun abzuwarten, ob der vorsichtige Optimismus sich auch realwirtschaftlich niederschlägt. Ganz offen muss man festhalten, dass echte Signale für einen konjunkturellen Wiederaufschwung noch fehlen.

 

Von den 30 Unternehmen, welche die Blitzumfrage beantwortet haben, sehen ein Drittel die Talsohle der Krise erreicht, zwei Drittel können noch kein Ende ausmachen.

Zwei Drittel der Unternehmen fühlen sich mittel von der Krise betroffen. Stark betroffen zeigen sich besonders Bauunternehmen, Teile der Autozulieferer und der Elektro- und Elektronikbranche.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, welche nicht von der Krise betroffen sind und zum Beispiel von den Konjunkturpaketen profitieren.

 

In vielen Betrieben wurden die notwendigen Kapazitätsanpassungen bereits vollzogen. Die Kurzarbeit als Instrument zur Erhaltung von Arbeitsplätzen ist in etlichen Betrieben weiterhin von großer Bedeutung und sollte so schnell als möglich dem deutschen Vorbild angeglichen werden.        

  

Export

 

Die burgenländische Industrie ist stark exportorientiert. Bei einer Exportrate von über 70 % ist die Entwicklung auf den Weltmärkten ein wesentlicher Indikator. Die wirtschaftliche Erholung der Industrie kann auch  nur über die Weltwirtschaft kommen.  

Auch die Blitzumfrage zeigt bei den Exporten die größten Schwierigkeiten, knapp gefolgt von den fehlenden Inlandsaufträgen.

 

Die steigenden Erwartungen der burgenländischen Industriebetriebe bei den Auslandsaufträgen sind daher besonders positiv einzuschätzen. Das Anspringen der Konsum- und Investitionsnachfrage in wichtigen Zielmärkten wie USA, Deutschland oder auch Osteuropa wäre eine notwendige Grundlage für eine entsprechend bessere Entwicklung  im Burgenland.

Bei einer ehrlichen Einschätzung muss man aber sagen, dass die Situation nach wie vor angespannt ist und von einem Aufschwung noch keine Rede sein kann.

 

Aufgaben der Politik

 

Durch den weltwirtschaftlich bedingten Nachfragerückgang sind auch viele burgenländische Industriebetriebe unverschuldet unter Druck gekommen und es bedarf der Anstrengung aller, um diese Probleme soweit als möglich in den Griff zu bekommen.

Die flankierenden Maßnahmen der politischen Entscheidungsträger (Konjunkturpakete, Haftungsübernahmen der öffentlichen Hand, etc.) sind unglaublich wichtig. Sie helfen unseren Betrieben bei der Abfederung der Wirtschaftskrise. Sie sollen auch verhindern, dass grundsätzlich gesunde Unternehmen in finanzielle Turbulenzen geraten. Besonders das Bankenpaket und das Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz sind die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt.

 

Präsident Frantsits nimmt auch die Landesregierung in die Pflicht: „Die Landesregierung muss darüber nachdenken, wie sie noch durch zusätzliche Haftungsübernahmen unterstützen kann. Aber auch andere Bundesorganisationen müssen verstärkt Haftungen übernehmen und Lieferkredite versichern."

 

Aus der Sicht der Industrie muss man bereits jetzt an die Zeit „nach der Krise" denken. Ganz wesentlich wird die Sanierung der Budgets durch entsprechende Strukturreformen und ausgabenseitige Maßnahmen werden. Entscheidend wird sein, dass die Budgets auf Bundes- und Landesebene wieder eine vernünftige Handlungsfähigkeit zurück gewinnen. Ein Kernpunkt dabei muss sein, dass Bund und Länder in normalen konjunkturellen Zeiten ohne neue Schulden auskommen müssen.

 

Wege aus der Krise

 

Die Blitzumfrage zeigt, dass unsere Unternehmen wie immer äußerst innovativ sind und auch den Weg aus der Krise in neuen Märkten und neuen Produkten und Verfahren suchen.

Haftungsübernahmen und Wegfall der Limits bei Kreditversicherungen würden den Unternehmen ebenfalls sehr helfen, gut aus der Krise zu kommen.

 

Als ganz besonders sinnvoll erachten die burgenländischen Unternehmen, besonders in härteren Zeiten auf Aus- und Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter zu setzen.

 

Die IV Burgenland hat deshalb drei Möglichkeiten initiiert, um die Mitarbeiter unserer Unternehmen weiter zu qualifizieren und neue, dringend benötigte Facharbeiter auszubilden.

 

Ab September 2009: Unilehrgang und Masterstudium für Optoelektronik und Photovoltaik in Fürstenfeld, berufsbegleitend.

 

Ab Oktober 2009: Mechatronik - Werkmeister, berufsbegleitend in Großpetersdorf

 

In Verhandlung: Innerbetriebliche Lehrwerkstätte für Mechatronikerlehrlinge bei der Firma Nikitscher in Pinkafeld.

 

Die letzte Konjunkturumfrage 2. Quartal 2009 bei burgenländischen Industriebetrieben im Detail:

 

Die derzeitige Geschäftslage bezeichnen 17 % (9 %) der befragten Unternehmungen als steigend, 52 % (29) %) als gleichbleibend und 31 % (62 %) als schlechter.

 

Der derzeitige Auftragsbestand wird von 22 % (8 %) als steigend, 53 % (45 %) als gleichbleibend und 25 % (47 %) als schlechter bezeichnet.

 

Bei den Auslandsaufträgen melden 11 % (4 %) steigende, 31 % (34 %) gleichbleibende Tendenz und von 30 % (54 %) als fallend bezeichnet.

 

Die Produktionstätigkeit in 3 Monaten wird von 2 % (7 %) als steigend und von 69 % (39 %) als gleichbleibend und von 30 % (54 %) als schlechter gesehen.

 

Die Geschäftslage in 6 Monaten wird von 6 % (5 %) mit steigend und von 60 % (64 %) mit gleichbleibend und von 33 % (30 %) als schlechter eingeschätzt.

 

Die Klammerwerte sind jeweils die Vergleichwerte des 1. Quartals 2009.

Dr. Werner Frantsits, Präsident IV Landesgruppe Bgld.
Dr. Werner Frantsits, Präsident IV Landesgruppe Bgld.




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