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[ 29.06.2009 ]

Geteilt:geeint

1989-2009: Diskussion über die dritte Dekade der Ost-Öffnung

Mit drei persönlichen Erinnerungen begann die Diskussion „Geteilt - vereint - und jetzt?", zu der IV und WdF anlässlich des 20-jährigen Jahrestages von Mauerfall und Grenzöffnung nach Neufeld geladen hatten. „Endzeitstimmung wie in den letzten Tagen der Monarchie, selbst bei den Machthabern", hatte der langjährige Agrar-Landesrat Paul Rittsteuer schon 1988 in Moldawien erlebt. Schon vor 1989 exportierte auch KR Michael Leier nach Ungarn, der Baustoffproduzent räumte ein, „man musste schon verrückt sein, 1984 zu investieren". Noch früher und der Liebe wegen begab sich auch Gabriele Hirschler nach Sopron: „Damals standen in den Supermärkten gerade einmal sechs verstaube Waschmittel-Trommeln".

 

Wie sehr sich das Bild in den vergangenen 20 Jahren geändert hat, machten die Zahlen klar, die Dr. Ingrid Puschautz-Meidl vorlegte. Für die burgenländische IV-Geschäftsführerin ist die Regionen Westpannonien „ein gewachsener Raum und wird das auch bleiben". Wie eine „normalisierte" Wirtschaft in diesem Raum nach Ende der EU-Förderperiode aussehen könnte, bildete die zweite Hälfte der Diskussion. „Natürlich ist es schön für Politiker, Bäder und Hotels zu eröffnen, aber wir brauchen Arbeitsplätze, nicht nur Beschäftigung rund um die Freizeit", brach Leier eine Lanze für die produzierenden Betriebe. Schon jetzt gingen viele Qualifizierte nach Wien statt nach Györ. Versäumnisse insbesondere bei der Sprachkompetenz („Grundwissen nicht nur für Akademiker, sondern Facharbeiter und Bauern!") gab auch Rittsteuer zu. Ein Abschotten des Arbeitsmarktes für Ausländer bis 2011 sei für das Burgenland jedenfalls nachteilig, bekräftigte auch Dr. Puschautz-Meidl.

 

Verbesserungsvorschläge gab es nicht nur im Personalbereich: Auch die mangelnde Infrastruktur und fehlende kleine Grenzübergange - etwa im Bezirk Neusiedl - wurden genannt. Kleine Änderungen würden die „Grenzen im Kopf" abbauen helfen, forderte man auch von der Landespolitik mehr Entschlossenheit: Betriebsansiedlung ja, LKW-Verkehr nein, sei kein taugliches Rezept. In einem war man sich einig, nämlich der Unumkehrbarkeit der Entwicklung der beiden letzten Dekaden: „Betriebsgrößen von 10 bis 15 Hektar wären ohne diese Entwicklung sowie ungarische und slowakische Arbeitnehmen unmöglich", sprach Rittsteuer für den Agrarbereich. KR Leier bestätigte, dass auch er gute Geschäfte gemacht habe, auch wenn die „Wirtschaftskultur in den ersten Zeiten teilweise besser war als heute".

 

Besonderer Dank gebührte den Hausherren der Sanochemia, KR Anton Dallos und Herbert Frantsits, deren Räumlichkeiten sich auch für's Netzwerken - bei essbaren Zigarren vom Landmarkt Steurer und Rittsteuer-Weinen - vortrefflich eigneten. Gelegenheit davon machten u. a. die ungarischen Gäste um Ferenc Wilfing (Raaber-Bahn AG) sowie LAbg. Franziska Huber, Mag. Dietmar Wohltan (Funk International) und Mag. Hans Roth (Südost Treuhand).



Die Neufelder Diskutanten im Sanochemia-Werk II mit den WdF-Landesvorständen: Mag. Johannes Ernst, Gabriele Hirschler, ÖR Paul Rittsteuer, KR Michael Leier, Mag. Klaus Maras, Mag. Johannes Schmidtbauer und Dr. Ingrid Puschautz-Meidl (v.l.n.r.).
Die Neufelder Diskutanten im Sanochemia-Werk II mit den WdF-Landesvorständen: Mag. Johannes Ernst, Gabriele Hirschler, ÖR Paul Rittsteuer, KR Michael Leier, Mag. Klaus Maras, Mag. Johannes Schmidtbauer und Dr. Ingrid Puschautz-Meidl (v.l.n.r.).




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